Ratgeber für Lehrkräfte
Die Notfallliste für die Klassenfahrt
Welche Angaben hineingehören, welche nicht, wer die Liste bei sich trägt und was nach der Fahrt mit ihr passiert. Mit einer Vorlage zum Ausdrucken.
Hoffentlich brauchen Sie sie nie. Wenn doch, muss es schnell gehen: Ein Kind stürzt beim Ausflug, reagiert allergisch auf das Abendessen oder bekommt nachts hohes Fieber. Dann brauchen Sie auf einen Blick, wen Sie anrufen, welche Medikamente das Kind nimmt und bei welcher Kasse es versichert ist.
Die Notfallliste fasst genau das für alle Kinder der Gruppe zusammen. Sie entsteht aus den Angaben, die die Eltern vor der Fahrt machen, und gehört in die Hände der Begleitpersonen.
Was in die Notfallliste gehört
Die Liste soll im Ernstfall helfen und nicht vollständig sein. Jede Angabe muss deshalb eine Frage beantworten, die Sie in einer Notsituation hätten.
| Angabe | Wofür Sie sie brauchen |
|---|---|
| Name und Geburtsdatum | Für Ärzte, Krankenhaus und Rettungsdienst. |
| Zwei Notfallkontakte mit Telefonnummer | Falls die erste Nummer nicht erreichbar ist. |
| Krankenkasse | Für die Behandlung. Bei Fahrten ins EU-Ausland gilt die Europäische Krankenversicherungskarte auf der Rückseite der Versichertenkarte. |
| Allergien und Unverträglichkeiten | Für Unterkunft, Restaurant und den Notfall. Mit Angabe, wie schwer die Reaktion ausfallen kann. |
| Regelmäßige Medikamente | Name, Dosierung, Uhrzeit. Nimmt das Kind sie selbst oder braucht es Hilfe? |
| Notfallmedikamente | Etwa Asthmaspray oder Adrenalin-Autoinjektor. Wo sie aufbewahrt werden und wer eingewiesen ist. |
| Relevante Erkrankungen | Nur, was auf der Fahrt eine Rolle spielen kann, etwa Diabetes, Epilepsie oder eine Herzerkrankung. |
| Ernährung | Vegetarisch, ohne Schweinefleisch, glutenfrei. Braucht die Unterkunft meist vorab. |
| Schwimmen | Nur, wenn Baden im Programm steht. |
| Einwilligungen | Ausgang in Kleingruppen, Baden, Fotos. Damit Sie vor Ort nicht nachfragen müssen. |
Oben auf die Liste gehören außerdem die Nummern, die für die ganze Gruppe gelten: die Notrufnummer 112, die in der ganzen EU funktioniert, die Adresse der Unterkunft, die Nummer der Schule und die Handynummern aller Begleitpersonen.
Was nicht hineingehört
Gesundheitsangaben sind besonders geschützte Daten nach Art. 9 DSGVO, und auf einer Klassenfahrt betreffen sie Minderjährige. Fragen Sie deshalb nur ab, was Sie für die Fahrt tatsächlich brauchen. Vollständige Diagnosen, Arztbriefe oder Angaben zu Erkrankungen, die unterwegs keine Rolle spielen, gehören nicht dazu.
Ein guter Test: Würden Sie diese Angabe in einer Notsituation nachschlagen? Wenn nicht, lassen Sie das Feld weg. Das schützt die Kinder und macht die Liste im Ernstfall übersichtlicher.
Medikamente auf der Fahrt
Ob und unter welchen Bedingungen Lehrkräfte Medikamente verabreichen dürfen, regeln die Länder unterschiedlich. Üblich ist: Ältere Kinder nehmen ihre Medikamente selbst. Soll eine Begleitperson helfen, braucht es eine schriftliche Einwilligung der Eltern mit genauer Anleitung, am besten mit ärztlicher Bestätigung.
Bei Notfallmedikamenten wie einem Adrenalin-Autoinjektor sollten alle Begleitpersonen vorher wissen, wo er liegt und wie er angewendet wird. Viele Eltern zeigen das gern selbst, fragen Sie einfach nach. Rezeptfreie Mittel wie Schmerztabletten geben Sie nur mit Einverständnis der Eltern aus. Im Zweifel klären Sie das Vorgehen vorher mit der Schulleitung.
Im Ernstfall
Erste Hilfe und Notruf
Bei akuter Gefahr sofort die 112. Eine Begleitperson bleibt beim Kind, die andere kümmert sich um die Gruppe.
Eltern informieren
Die Eltern des betroffenen Kindes erfahren es direkt von Ihnen, per Anruf und nicht über eine Gruppennachricht.
Schulleitung informieren
Sie entscheidet mit, ob die Fahrt wie geplant weiterläuft und wer gegebenenfalls nachkommt.
Unfall melden
Schülerinnen und Schüler sind auf Klassenfahrten gesetzlich unfallversichert. Nach einem Unfall mit Arztbesuch erstellt die Schule eine Unfallanzeige für die zuständige Unfallkasse.
Aufbewahren und löschen
Die Notfallliste tragen die Begleitpersonen bei sich, ausgedruckt und zusätzlich auf dem Telefon, falls das Papier einmal nicht greifbar ist. Sie gehört nicht in eine Chatgruppe, nicht an die Pinnwand der Unterkunft und nicht auf einen privaten Cloud-Speicher.
Nach der Rückkehr wird sie vernichtet und die digitale Fassung gelöscht. Sagen Sie den Eltern schon im Elternbrief, wann das passiert. Das schafft Vertrauen und erleichtert es vielen Familien, offen zu antworten.
Vorlage zum Ausdrucken
Die Vorlage enthält die wichtigsten Spalten für eine Gruppe. Drucken Sie sie im Querformat aus, eine Zeile pro Kind, und tragen Sie oben die Nummern ein, die für alle gelten.
Notfallliste Klassenfahrt
Ziel und Zeitraum: ____________________ Unterkunft: ____________________
Schule: ____________________ Begleitpersonen: ____________________ Notruf: 112
| Name | Geb.-Datum | Notfallkontakt 1 | Notfallkontakt 2 | Krankenkasse | Allergien | Medikamente | Hinweise |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
Die Notfallliste ohne Abtippen
In Explority tragen die Familien ihre Angaben selbst ein, und die Reiseleitung legt vorher fest, welche Angaben überhaupt abgefragt werden. Daraus entsteht die Notfallliste als PDF für Bus und Unterkunft, und in der App sind die Angaben auch ohne Netz verfügbar. Sehen können sie nur die Begleitpersonen. Nach der Fahrt löscht die App die Daten von selbst.
Häufige Fragen
Was muss auf eine Notfallliste für die Klassenfahrt?
Name und Geburtsdatum, zwei Notfallkontakte mit Telefonnummer, die Krankenkasse, Allergien, regelmäßige Medikamente und Notfallmedikamente, relevante Erkrankungen und die Ernährung. Oben auf die Liste gehören die Notrufnummer 112, die Adresse der Unterkunft, die Nummer der Schule und die Nummern der Begleitpersonen.
Wer darf die Notfallliste sehen?
Nur die Begleitpersonen der Fahrt. Andere Eltern, Schüler oder die Unterkunft bekommen sie nicht. Braucht die Küche Angaben zu Allergien und Ernährung, geben Sie nur diese weiter, ohne Namen, wo das möglich ist.
Dürfen Lehrkräfte auf der Klassenfahrt Medikamente geben?
Das regeln die Länder unterschiedlich. In der Regel nur mit schriftlicher Einwilligung der Eltern und genauer Anleitung, bei regelmäßigen Medikamenten am besten mit ärztlicher Bestätigung. Ältere Kinder nehmen ihre Medikamente meist selbst. Klären Sie das Vorgehen vorher mit der Schulleitung.
Sind Schüler auf Klassenfahrten versichert?
Ja, Klassenfahrten sind Schulveranstaltungen, und Schülerinnen und Schüler sind dabei gesetzlich unfallversichert. Nach einem Unfall mit Arztbesuch meldet die Schule ihn der zuständigen Unfallkasse. Für Krankheiten gilt die normale Krankenversicherung, im EU-Ausland die Europäische Krankenversicherungskarte.
Was passiert nach der Fahrt mit der Notfallliste?
Sie wird vernichtet, und digitale Fassungen werden gelöscht. Die Angaben wurden nur für die Fahrt erhoben und dürfen danach nicht aufbewahrt werden. Nennen Sie den Eltern den Zeitpunkt der Löschung schon im Elternbrief.